5 weitere Denkfehler, die uns allen passieren

Hier eine Liste von 5 weiteren Denkfehlern, die wir gerne machen:

Status-Quo

Wir Menschen neigen dazu, Angst vor Veränderungen zu haben, was uns oft dazu führt, Entscheidungen zu treffen, die garantieren, dass die Dinge gleichbleiben oder sich so wenig wie möglich ändern. Das hat natürlich Auswirkungen auf alles, von der Politik bis zur Wirtschaft. Wir halten uns gerne an unsere Routinen, politischen Parteien und unsere Lieblingsgerichte in Restaurants. Ein Teil der Schädlichkeit dieser Verzerrung ist die ungerechtfertigte Annahme, dass eine andere Wahl minderwertig sein oder die Dinge verschlimmern wird. Der Status-quo- Denkfehler lässt sich mit dem Sprichwort zusammenfassen: “Wenn es nicht kaputt ist, repariere es nicht” – ein Sprichwort, das unsere konservativen Tendenzen antreibt. Und in der Tat, einige Kommentatoren sagen, dies ist der Grund, warum die USA nicht in der Lage war, die universelle Gesundheitsversorgung, trotz der Tatsache, dass die meisten Menschen die Idee der Reform unterstützen, umzusetzen.

Negativität

Die Leute neigen dazu, schlechten Nachrichten mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Sozialwissenschaftler gehen davon aus, dass dies auf unsere selektive Aufmerksamkeit zurückzuführen ist und dass wir negative Nachrichten aufgrund der Wahl als wichtiger oder tiefgreifender empfinden. Wir neigen auch dazu, schlechte Nachrichten glaubwürdiger zu machen, vielleicht weil wir misstrauisch (oder gelangweilt) gegenüber gegenteiligen Verlautbarungen sind. In evolutionärer Hinsicht ist es vielleicht besser, schlechte Nachrichten zu beachten, als gute Nachrichten zu ignorieren (z.B. “Achtung Säbelzahntiger” gegenüber “Diese Beere schmeckt gut”). Heute laufen wir Gefahr, auf Kosten der wirklich guten Nachrichten in der Negativität zu verharren. Steven Pinker, in seinem Buch „Die besseren Engel unserer Natur“ argumentiert: Warum Kriminalität, Gewalt, Krieg und andere Ungerechtigkeiten stetig abnehmen, doch die meisten Menschen würden argumentieren, dass die Dinge immer schlimmer werden. Ein perfektes Beispiel für die Negativität ist.

Mitläufereffekt

Obwohl wir uns dessen oft nicht bewusst sind, lieben wir es, mit dem Strom der Menge zu gehen. Wenn die Massen anfangen, einen Sieger oder einen Favoriten auszuwählen, dann fangen unsere individualisierten Gehirne an, sich abzuschalten und in eine Art “Gruppendenken” einzutauchen. Aber es muss keine große Menschenmenge oder die Launen einer ganzen Nation sein; es können kleine Gruppen sein, wie eine Familie oder sogar eine kleine Gruppe von Büroangestellten. Der Zugpferdeeffekt ist es, der oft dazu führt, dass sich Verhaltensweisen und soziale Normen unter Gruppen von Individuen verbreiten – unabhängig von den Beweisen oder Motiven, die sie unterstützen. Deshalb werden Meinungsumfragen oft verleumdet, da sie die Perspektiven des Einzelnen entsprechend steuern können. Vieles davon hat mit unserem eingebauten Wunsch zu tun, sich anzupassen, wie die Asch-Konformitätsexperimente zeigen.

Projektion

Als Individuen, die rund um die Uhr in unserem eigenen Geist gefangen sind, ist es für uns oft schwierig, über die Grenzen unseres eigenen Bewusstseins und unserer Vorlieben hinaus zu projizieren. Wir gehen davon aus, dass die meisten Menschen genauso denken wie wir – auch wenn es dafür keine Rechtfertigung gibt. Dieser kognitive Mangel führt oft zu einem verwandten Effekt, der als falscher Konsens bezeichnet wird und bei dem wir glauben, dass die Menschen nicht nur wie wir denken, sondern auch mit uns übereinstimmen. Es ist eine Voreingenommenheit, bei der wir überschätzen, wie typisch und normal wir sind, und davon ausgehen, dass es einen Konsens gibt, wenn es keinen gibt. Darüber hinaus kann es auch den Effekt erzeugen, dass die Mitglieder einer radikalen oder Randgruppe davon ausgehen, dass mehr Menschen von außen mit ihnen übereinstimmen, als es der Fall ist. Oder das übertriebene Vertrauen, das man hat, wenn man den Sieger einer Wahl oder eines Sportspiels voraussagt.

Verankerungseffekt

Auch als Relativitätsfalle bekannt, ist dies die Tendenz, nur eine begrenzte Anzahl von Optionen zu vergleichen und zu kontrastieren. Es wird als Verankerungseffekt bezeichnet, weil wir dazu neigen, auf einen Wert oder eine Zahl zu fixieren, der wiederum mit allem anderen verglichen wird. Das klassische Beispiel ist ein Artikel im Geschäft, der zum Verkauf steht; wir sehen (und schätzen) den Preisunterschied, aber nicht den Gesamtpreis selbst. Deshalb gibt es in manchen Restaurants sehr teure Menüs, aber auch (scheinbar) preisgünstigere. Es ist auch der Grund, warum wir, wenn wir die Wahl haben, die mittlere Option wählen – nicht zu teuer und nicht zu billig.

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